Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen
In diesem Buch geht es darum, wie man Enttäuschungen, vor denen ja kein Mensch gefeit ist, so verarbeitet, dass man positiven Gewinn daraus zieht und Traumata vermeidet oder loswerden kann. Und anders, als es der Titel suggerieren könnte, geht es
da nicht nur um die Loslösung von den Eltern. Bordt beschreibt anhand zahlloser Beispiele, welche Formen von Enttäuschungen es geben kann, wie man es aber auch bewerkstelligen kann, unter diesen nicht mehr zu leiden, sondern daraus Informationen und Erfahrungen über sein eigenes Leben, die individuellen psychischen Bedingtheiten zu ziehen, aber auch die Möglichkeiten und Chancen, die sich einem dadurch bieten, zu nutzen, um selbstbestimmter zu leben. Das Büchlein hat nur etwas mehr als 100 Seiten. Doch es ist prall voll mit Lebenshilfe, mit Gedanken, die man auf seine eigene Situation anwenden kann, mit Ratschlägen für eine positivere Weltsicht. Und – das ist ein weiterer großer Vorteil – Bordt beschreibt auch komplexere psychologische und philosophische Phänomene so, dass sie auch den Laien interessieren. Und das in einem wirklich fesselnden Stil, der das Lesen bei allem oft schwerwiegenden Inhalt immer auch zum Vergnügen macht. So sollten alle Ratgeber geschrieben sein, wenn sie ihre Leserinnen und Leser erreichen und ihnen wirklich nutzen wollen! – Für alle Büchereien zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen
Michael Bordt
Elisabeth Sandmann (2024)
109 Seiten : Illustration
fest geb.