Ein eigenes Zimmer
Die bekannte Autorin der "Mira"-Bücher erzählt in der neuen Reihe „Molly mittendrin“ vom Alltag der Titelheldin. Im zweiten Band wird sich Molly zu Hause durchsetzen. Ihr kleiner Bruder nervt sie. Er will überall dabei sein, seine Spielsachen
liegen im gemeinsamen Zimmer verstreut und Molly wünscht sich, ein Zimmer nur für sich zu haben. Sie möchte es einrichten mit ihren Schätzen, mit einer schönen Decke und Kissen dazu. Wie soll sie ihre Freundinnen zu einer Übernachtungsparty einladen, wenn der Kinderkram stört. Sie fühlt sich in ihrer Familie nicht verstanden und kämpft um Privatsphäre und einen Raum als Rückzugsort für die eigenen Bedürfnisse. – Die Erzählung begleitet Molly auf ihrer Suche nach der eigenen Identität und hinterfragt dabei die Beziehungen innerhalb ihrer Familie. Zudem vergleicht sie sich zunehmend mit ihren Freundinnen und erprobt nach und nach die eigene Selbstwirksamkeit. Die kurzen Kapitel und die große Schrift sind für erfahrene Erstleser:innen gut zu bewältigen. Gleich zu Beginn werden die handelnden Figuren vorgestellt und eröffnen den Zugang zur Geschichte. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen farbigen Illustrationen, die mit viel Detailreichtum das Erzählte lebendig werden lassen. Das Buch überzeugt nicht nur durch seine künstlerische Gestaltung, sondern auch durch seine inhaltliche Tiefe. Es thematisiert auf berührende und authentische Weise, die kleinen und großen Probleme des Kinderalltags – einfühlsam, verständlich und großartig.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein eigenes Zimmer
Sabine Lemire ; Signe Kjær ; aus dem Dänischen von Maike Barth
Klett Kinderbuch (2025)
Molly mittendrin ; 2
84 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 7