Meines Herzens Lust!
Über Paul Gerhardt (1607-1676), den Pfarrer, Theologen und seinerzeit gefeierten Dichter geistlicher Lieder, ist wenig Persönliches bekannt. So erzählt Fabian Vogt (geb. 1967), Theologe, Pfarrer, Schriftsteller und dabei sehr produktiver und ideenreicher
Glaubensvermittler, Paul Gerhardts Leben anhand einiger prägender Stationen. In Gerhardts Leben waren Tod und Trauer allgegenwärtig. Als Kind verlor er seine Eltern, in jungen Jahren seinen älteren Bruder, und er musste die Gräuel des Dreißigjährigen Kriegs und der Pest erleben, beide mit unvorstellbar vielen Opfern unter der Bevölkerung. Von seinen fünf Kindern starben vier noch ganz klein. Kurz nach dem letzten Umzug nach Lübben, wo er eine Stelle als zweiter Diakon antrat, starb 1668 auch seine Frau. Zudem legte er sich als unbeugsamer Verfechter des Luthertums mit Kurfürst Friedrich Wilhelm an, der ihn in Folge entließ. Um all dem Elend dennoch Gottvertrauen, Zuversicht und Hoffnung entgegenzusetzen, begann er noch als Student, geistliche Lieder zu dichten, die später von Johann Crüger, seinerzeit ein erfolgreicher Komponist, vertont und dadurch auch außerhalb des kirchlichen Rahmens sehr populär wurden. Die Lieder hatten die Kraft, den Singenden, auch den Zweiflern, manche Last von den Schultern zu nehmen, und viele werden bekanntlich auch heute noch gesungen. Das Buch gliedert sich in 11 Kapitel mit jeweils dem Text eines passenden Lieds dahinter. Die lebendige Sprache des modernen Autors und die alten Texte stehen dabei in einem erfrischend sympathischen Gegensatz. – Die kleine Romanbiografie eignet sich uneingeschränkt für alle Büchereien.
Barbara Riedl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Meines Herzens Lust!
Fabian Vogt
edition chrismon (2025)
135 Seiten
fest geb.