Ocean
Die Ich-Erzählerin Helen verliert bei einem Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn ihr ungeborenes Kind. Während der entsetzlichen Momente direkt nach dem Anschlag half ihr ein Mann namens James, während sie verletzt auf die Rettungskräfte warteten.
Nach diesem furchtbaren Ereignis und dem Tod des Kindes ist Helen traumatisiert und fantasiert sich in eine Liebe zu dem Unbekannten hinein. Ihr Mann Frank glaubt, sie in die Realität zurückholen zu können, indem er mit ihr, ihrem Sohn und der Pflegetochter zu einer Atlantiküberquerung mit dem Segelboot aufbricht, auf dem sie sich lieben gelernt haben. Doch der Versuch der Rettung ihrer Ehe entwickelt sich zum Überlebenskampf auf See: Sturm und eine Gruppe Orcas, die das Boot attackieren, führen schließlich zu einer Katastrophe. – Der Autorin gelingt es, die Abenteuer auf See ungeheuer spannend zu beschreiben. Dennoch erscheinen die Handlungen und Gedanken der Protagonisten, ebenso wie die Angriffe der Orcas völlig unrealistisch und psychologisch nicht überzeugend. Wer gerne spannende See-Abenteuer liest, wird sich durch manche dramatische Überzeichnung jedoch nicht stören lassen.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Ocean
Polly Clark ; aus dem Englischen von Ursula C. Sturm
Eisele (2025)
333 Seiten
kt.