Die Schule der Mönche
Was können wir von den Mönchen lernen, um uns selbst und unsere Gesellschaft zu erneuern? Um darauf eine Antwort zu finden, nimmt sich P. Seewald nicht nur monastische Regeln oder die großen historischen Mönchsgestalten und Ordensgründer vor;
vielmehr experimentiert er gleichsam mit sich selbst, geht ins Kloster, spricht dort mit Menschen, die in ihrem Leben die Regeln und Ideale für unsere Zeit angemessen und doch dem Ursprung treu auslegen. Was er dabei etwa über das Anfangen und Loslassen, das Schweigen und Hören, das Leiden und Lieben oder die Demut und das Dienen erfährt, ist nicht zuletzt auch seiner intelligenten und offenen Art des Fragens geschuldet, das falsche Idealisierungen vermeidet und gleichsam mit beiden Beinen auf dem Boden unserer Lebenswirklichkeit bleibt. Seewald ist eben keiner, dem die Hochform christlichen Lebens fraglos wäre. Als ein Suchender gibt er sich nicht mit Kopfweisheiten zufrieden, sondern spürt der inneren, die ganze Person umfassenden Harmonie nach, die seine Gesprächspartner auszeichnet. So wird der Leser mit vielen guten Ratschlägen beschenkt, die nie so radikal sind, dass man sie nicht umsetzen könnte, sondern aus einer vom Glauben erleuchteten Weisheit entspringen.
Richard Niedermeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Schule der Mönche
Peter Seewald ; mit Fotos von Felix Weckenmann
bene! (2019)
253 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.