Das rote Federbett
Im zweiten Teil der auf drei Bände angelegten Graphic Novel (vgl.: BP/mp 22/478) erzählt die inzwischen 100-jährige Widerstandskämpferin ausführlich über ihre Zeit im französischen Widerstand in Paris 1942-1944. Aufgrund ihrer unerbittlichen
Härte lässt sie schnell ihre bürgerliche Vergangenheit hinter sich und steigt von einer Botin in die Führungsebene der örtlichen Gruppe der Résistance, der sie sich angeschlossen hat, auf. Dabei schreckt sie nicht vor mutigen Anschlägen gegen die verhassten deutschen Besatzer in der Stadt zurück. Zugleich verliert sie etliche Weggefährten, die von der Gestapo gefasst, gefoltert und umgebracht werden. Mehrfach kann sie selbst mit viel Glück und der Hilfe einzelner Bewohner:innen der Stadt diesem Schicksal entkommen. Doch als sie sich im Juli 1944, kurz vor der Befreiung der Stadt durch die Alliierten, durch den Mord an einem zufällig ausgewählten deutschen Offizier für das Massaker von Oradour rächt, wird sie von einem Kollaborateur gefasst, der Gestapo überstellt und brutal gefoltert. – Schonungslos und teilweise mit drastischen Bildern zeichnet dieser Band den Freiheitswillen und Kampf großer Teile der französischen Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer, die sich als neue Herren der Stadt aufspielen, nach. Eingestreut sind einige später entstandene lyrische Texte, die ihre Erfahrungen und ihr Handeln in dieser Zeit reflektieren. Den Lesenden und Schauenden wird hier einiges zugemutet. Und doch ist ein solches Buch allein schon deshalb wichtig, da es einmal mehr deutlich macht, welches Geschenk die deutsch-französische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg für den Frieden in Europa war und bis heute ist. Auch deshalb weiterhin empfohlen.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das rote Federbett
Zeichnungen: Dominique Bertail ; Text: JD Morvan & Madeleine Riffaud ; Übersetzung aus dem Französischen: Marcel Le Comte
avant-verlag (2024)
Madeleine, die Widerständige ; 2
135 Seiten : farbig
fest geb.