Der Engel des Todes
In den drei vorangegangenen Bänden wurde die Geschichte der mutigen jungen französischen Widerstandskämpferin Madeleine Riffaud (1924-2024) bis zur Befreiung von Paris auf der Grundlage ihrer biografischen Erinnerungen erzählt. Nun ist, in Frankreich
wohl auch aufgrund des Ablebens der 100-jährigen Heldin, ein Folgeband erschienen, der detailliert von ihren couragierten Taten und Aktionen während der wenigen Tage im August 1944 berichtet, als sich französische Widerstandsgruppen an der Vertreibung und Gefangennahme der letzten, Gegenwehr in der Stadt leistenden deutschen Truppen und ihrer französischen Kollaborateure beteiligten und noch manche der mutigen Kämpfer dies mit dem Leben bezahlten mussten. Der anschließende Weg in den Alltag gestaltete sich schwierig, doch Riffaud hatte das Glück, dass bald ihr Talent als Lyrikerin entdeckt und gefördert wurde. An die eigentliche Erzählung, in die einige der später entstandenen lyrischen Texte der Protagonistin eingestreut sind, schließen sich dokumentarische Zeugnisse und die Trauerrede an, mit der ihr Lebenswerk anlässlich ihrer Beisetzung auf dem Pariser Friedhof Montparnasse im November 2024 gewürdigt wurde. – Eine mögliche, aber nicht zwingend notwendige Ergänzung und Abrundung der vorangegangenen dreiteiligen Graphic Novel (zuletzt: BP/mp 26/461) für große Bestände.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Engel des Todes
Zeichnungen: Dominique Bertail ; Text: JD Morvan & Madeleine Riffaud ; Übersetzung aus dem Französischen: Christoph Haas
avant-verlag (2026)
Madeleine, die Widerständige ; 4
109 Seiten : farbig
fest geb.