Die Krake im Nacken
Michele Rech alias Zerocalcare lässt auch in dieser Graphic Novel wieder biografische Elemente einfließen (s.a. "No sleep till Shingal" – BP/mp 24/522, "Vergiss meinen Namen" – BP/mp 22/1032). Der eher unscheinbare Zero ist Schüler an einer
humanistischen Schule. In seiner Peer Group dreht sich alles um "Die Krieger des Zodiac". Folgen verpassen heißt Leben verpassen. Diverse Manga- und Comicserien sowie deren Helden beeinflussen Zeros Denken, seine Träume, seine Ängste. Gemeinsam mit seinen Freunden Secco und Sarah erlebt er die Pubertätsinitiation, macht einen geheimnisvollen Fund und entwickelt Verschwörungstheorien. Als Erwachsener ist er immer noch in der Manga- und Comicwelt gefangen, doch auch der Realität ausgeliefert. Erst gegen Ende des Werks wird er von einer ihn beherrschenden Angst erlöst, die ihn aufgrund eines Fehlverhaltens seit seiner Schulzeit begleitet. Sind die Illustrationen auch schwarz-weiß gehalten, so zeigt sich im Verlauf der Graphic Novel, dass sich die Welt nicht so einfach in Schwarz und Weiß, Gut und Böse unterteilen lässt. – Mit interessanten, markanten, teils gruseligen Charakteren wird dieses Werk in erster Linie Comic- und Manga-Kenner:innen ansprechen, da es sehr viele Anspielungen an dieses Genre enthält. Daher eher für ausgebaute Bestände.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Krake im Nacken
Zerocalcare ; aus dem Italienischen von Myriam Alfano
avant-verlag (2024)
195 Seiten
fest geb.