Utopie - 1
Will Jones lebt in einer auf Perfektion ausgerichteten totalitären Welt, die ihre Bewohner über Implantate kontrolliert, das Privatleben mit androiden "Babes" (der Band enthält erotische Szenen) und "Boys" zur Befriedigung der Libido reglementiert,
für unangepasste, kranke und alte Menschen aber keinen Raum bietet. Was nicht passt, wird passend gemacht und so arbeitet Will normenkonform an der Historischen Akademie, die eine "Glückliche Gegenwart dank einer verbesserten Vergangenheit" garantieren soll: digitale Vergangenheitsbewältigung bzw. -veränderung. Doch dann verändern Bücher, die Will zugesteckt werden, sein Leben massiv. Bücher sind verboten, verleiten zu eigenen Gedanken und Ideen, sind eine Gefahr für das System. Will verschlingt die Beziehungs- und Soziologiebücher heimlich und macht schließlich die Bekanntschaft mit Blue, der Überbringerin der Medien. Durch sie eröffnet sich ihm eine neue Parallelwelt mit Gefahren, Krankheit, aber auch Individualismus. Wird ihm dieser Einblick zum Verhängnis? – Der in der Tradition von z.B. Huxley und Bradbury von Rodolphe (s.a. "Farm der Tiere" – BP/mp 24/180) entwickelte dystopische Plot ist erzählerisch mit Dialogen und inneren Monologen sowie zeichnerisch adäquat umgesetzt. Rückblenden werden farblich hervorgehoben, die miteinander konkurrierenden Welten mit hellen, gefälligen, bzw. dunkleren, düsteren Farbtönen gut voneinander abgesetzt. Ein gelungener erster Band, der mit einem Cliffhanger endet und auf den Folgeband neugierig macht. – Für Graphic Novel-Bestände gut einsetzbar.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Utopie - 1
Szenario: Rodolphe ; Zeichnungen: Griffo ; aus dem Französischen von Tanja Krämling
Splitter (2024)
Utopie ; Band 1
51 Seiten : farbig
fest geb.