Salto

Marko hat seine Mutter durch eine schwere Krankheit verloren. Die beiden hatten verabredet, dass er Arzt wird und dann mit ihr, Krankenschwester, zusammenarbeitet. Doch trotz guter Abiturnote reicht es nicht für ein Studium in Deutschland. So bietet Salto der Vater die Lebensversicherung seiner Frau an, um in Budapest dem Berufswunsch nahe zu kommen. Der entscheidungsschwache Marko willigt ein, obwohl er sich dazu von seiner Freundin Claire trennen muss, die zum Studium nach München geht. Die beiden, die von ihrer Persönlichkeit eigentlich gar nicht und dann doch wieder zusammenpassen, haben die Sekundarstufe II in großer Gemeinsamkeit miteinander gestaltet, ihren Herkünften aus völlig unterschiedlichen Familien/Milieus zum Trotz. Alle Beteiligten fallen rasch in große Lebenskrisen: Claire stürzt in eine Psychose, bei Marko wird Diabetes Typ 1 festgestellt, sein Vater entwendet als Müllwerker Fahrräder und verliert seinen Job. Die Kommunikationsmöglichkeiten der digitalen Medien erschweren ihnen das Miteinander. Alle bewegen sich mühsam in neuen Gegebenheiten, wenig einfühlsam mit sich selbst und anderen. Marko klammert sich an ein Stoßgebet, die Sinnsprüche auf dem alten Wandkalender der Mutter und an Achim, einen Kollegen des Vaters und Retter aus mancher Not. Vielleicht wegen der Überforderungen finden Claire und Achim mindestens zu einem Kurztrip nach München zusammen. – Nach seinem Debütroman „Klapper“ (BP/mp 25/760) gelingt Kurt Prödel auch mit „Salto“ ein sprachlich äußerst überzeugendes, lebendiges Zeitporträt einer vielfach geforderten Generation. Gegen Grenzen wird angerannt, neue Überwindungsstrategien getestet, mit ganzer Kraft und hohem Einsatz. – Breit empfohlen.

Rolf Pitsch

Rolf Pitsch

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Salto

Salto

Kurt Prödel
park x ullstein (2026)

264 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625382
ISBN 978-3-98816-070-6
9783988160706
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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