Die Wahrheit über Ruby Cooper
Ruby und ihre Schwester Erin wachsen in einem behüteten und begüterten Haushalt in Boston auf. Der Vater ist Pastor seiner eigenen christlichen Kirche und lebt den Glauben an Nächstenliebe und Fürsorge auch in der Familie. Umso erschütterter ist
die Familie, als Ruby von Erins Freund Milo vergewaltigt worden sein soll. Auch wenn der Junge seine Unschuld beteuert, sprechen die kriminaltechnischen Beweise gegen ihn und er wird zu 13 Jahren Haft verurteilt. Ruby und ihre Mutter ziehen zur Großmutter nach Irland, damit Ruby das Trauma verarbeiten kann. Im Laufe der Jahre zerbricht die Familie an den Folgen der Tat. Auch Milos Familie zerbricht und die Mutter nimmt sich das Leben. Ruby kehrt nie nach Boston zurück. Sie wird alkohol- und drogenabhängig und führt einen lebenslangen Kampf gegen ihre Sucht. Ihre Heilungschancen sind jedoch gering, denn ihr ganzes Leben in Irland beruht auf einer Lüge: Milo hat sie nie vergewaltigt. – Der Familienroman wird überwiegend aus der Sicht von Ruby und Erin erzählt. Früh ist klar, dass Ruby gelogen hat, aber die sich daraus entwickelnden Konsequenzen sind mitreißend erzählt. Ein großartiger Roman über Schuld, Sühne und die Folgen, die sich aus unbedachtem Handeln entwickeln können. Sehr gerne empfohlen!
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Wahrheit über Ruby Cooper
Liz Nugent ; aus dem irischen Englisch von Astrid Gravert
GUTKiND (2026)
394 Seiten
fest geb.