Im Orbit
Leonies Leben dreht sich um ihre akribisch beobachteten körperlichen Symptome, deren pathologische Ursachen sie in einschlägigen Foren im Internet und bei häufigen Arztbesuchen sucht. An ihrem Ausbildungsplatz ist sie anzüglichen Bemerkung ihres
Chefs ausgeliefert und beobachtet ihre Kollegen mit ähnlicher Akribie und Ironie. Auch wenn sie über ihre Mutter und deren verzweifelte Suche auf Dating-Plattformen schreibt und über ihre eigenen Gedanken um ihren unbekannten Vater, es schwingt immer genügend Selbstironie mit, um die Lektüre erträglich zu machen. So versinkt die Analyse ihres Lebens nicht in weinerliche Nabelschau. Schließlich rutscht Leonie sogar in das Gefühl verliebt zu sein, die größte und erstaunlichste Veränderung am Ende. - Vermutlich eher für einen kleinen Kreis psychologisch Interessierter zu empfehlen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Im Orbit
Elena Winter
müry salzmann (2024)
170 Seiten
fest geb.