So der Sohn

In Rückblenden erzählt Elena Winter die Geschichte Stephans, des Sechsjährigen, der früh die Mutter verliert und nun allein mit seinem Vater Pankratz lebt. Dieser lebt vom Eierverkauf, der "Eieronkel", dessen Gewohnheit es ist, täglich drei Spiegeleier So der Sohn zu essen. Der Schulweg durch den Wald verängstigt Stephan; in der Schule gilt er als Außenseiter, wird gequält. Der Vater verschafft ihm schließlich eine Stelle in einem Versicherungsbüro im Dorf, weil er nicht will, dass Stephan ihn verlässt. So leben beide jahrzehntelang zusammen und nebeneinander. Stephans Versuche, Kontakt mit Frauen aufzunehmen, scheitern kläglich. Das Alleinsein auf dem tristen Dorf mit seinen ebenso tristen Bewohnern setzt sich fort. Die Spannungen im Verhältnis Vater-Sohn nehmen zu. Eines Tages soll Stephan eine dreitägige Fortbildung in Hamburg machen – doch der Vater weiß auch das zu verhindern. Eine besondere Beziehung unterhält der Vater mit dem Nachbarn Bernd, besser eine Nicht-Beziehung. Ein altes Foto und der Kommentar der Nachbarin dazu eröffnet Spekulationen über den Auslöser des Streits. Auch wenn der Roman eher trist daherkommt und das Dorf alles andere als eine idyllische Umgebung bietet, ist es doch interessant, sich dieser Vater-Sohn-Beziehung, eingebettet ins Dorfleben, zu widmen. Allen Büchereien empfohlen.

Wilfried Funke

Wilfried Funke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

So der Sohn

So der Sohn

Elena Winter
müry salzmann (2025)

159 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 755199
ISBN 978-3-99014-285-1
9783990142851
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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