Pension Seeparadies
Lehrer Winkler verbringt einige Tage in der Pension Seeparadies. Nach einem Streit mit seiner Frau Britta geht er am frühen Morgen allein am Strand spazieren. Es war nur eine Lappalie, wie so oft, aber so lange hat sie noch nie geschwiegen. Das macht
Winkler nachdenklich, zwanghaft denkt er sich in die Welt seiner Frau hinein. Wahrscheinlich sitzt Britta schon beim Frühstück. Was wird sie denken? Sein langjähriger Freund Bergthaler fällt ihm ein. Zwischen ihnen herrscht seit langem Funkstille, denn irgendwann passten ihre Weltbilder nicht mehr zusammen. Schwierige Situationen mit Bergthaler gehen ihm durch den Kopf. Ein aufdringlicher Pensionsgast erinnert Winkler an so manche Beziehungsprobleme mit alten Freunden und in der Umgebung der Pension, die sich wegen der ziemlich in Mitleidenschaft gezogenen Natur keineswegs als Paradies erweist, spiegeln sich die Seelen seiner Figuren wider. Und dann kündigt die Wirtin für den Abend eine Überraschung an. – Jens Wonneberger erzählt unaufgeregt, subtil und durchaus realistisch Allgemeingültiges aus dem Alltag seiner kleinen Welt. Der Autor, ein famoser Erzähler, offenbart Seelenpanoramen und versteht es recht gut, ein trostloses kleinbürgerliches Leben zu vergegenwärtigen. Ein angenehm zu lesender, stiller kleiner Roman, überall gut einsetzbar.
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Pension Seeparadies
Jens Wonneberger
müry salzmann (2024)
175 Seiten
fest geb.