Die Königin schweigt
Fanny verbringt ihre Kindheit gemeinsam mit ihrem Bruder auf dem Bauernhof in der Senke. Sie führen ein einsames, karges Leben. Schon früh begegnet sie dem Tod. Ihr Bruder kehrt aus dem Krieg nicht mehr zurück und auch die Eltern sterben. Die schöne
Fanny heiratet den Dorfschullehrer und wenn er sie zum Tanzen in die Stadt ausführt, fühlt sie sich wie ein anderer Mensch. Nach der Geburt ihres Sohnes Toni verunglückt der Vater tödlich. Fanny verliert daraufhin ihr Zuhause im Schulhaus. Sie verlässt das Dorf und zieht mit ihrem Kind in eine Kleinstadt, ihr Heimatdorf will sie nie mehr betreten. Mit Männern hat sie kein Glück, alle sterben ihr weg, auch Toni verlässt sie. Ab und zu bekommt sie noch Besuch von ihrer Enkeltochter, doch eigentlich wartet sie nur noch auf den Tod. Eine melancholische Erzählung über das harte und entbehrungsreiche Leben eines Bauernmädchens. In kurzen Szenen wechselt die Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Sehr zu empfehlen.
Pia Jäger
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Königin schweigt
Laura Freudenthaler
Literaturverl. Droschl (2017)
206 S.
fest geb.