2025 sind wieder 84 Einrichtungen für ihr aktives Engagement im Bereich der frühkindlichen Leseförderung ausgezeichnet worden. Auf der Frankfurter Buchmesse fand eine kurzweilige, gelungene und überaus wertschätzende Preisverleihung statt und Susanne Straßer gab einen Einblick in ihre Bilderbuchwerkstatt.
Antje Ehmann hat im Nachklapp bei sechs ausgezeichneten katholischen Kitas, die eng mit einer KÖB vor Ort zusammenarbeiten, nachgefragt und von
- Sabine Bermühler (Kita St. Bonifatius – Montessorikinderhaus, Limburgerhof)
- Claudia Lampelsdorfer (Kindergarten St. Hedwig, München)
- Katja Peters (Kita St. Michael, Neuss)
- Koni Schaefer (Kita Pfarrei Mainz Laubenheim, Mainz)
- Bettina Schwarz (Kita St. Peter und Paul, Mainaschaff)
- Stephanie Welfonder (Haus für Kinder St. Margareta, Schwifting)
die folgenden aufschlussreichen Antworten bekommen.
Stephanie Welfonder, Haus für Kinder St. Margareta: Wir sind auf die Idee gekommen, uns für das Gütesiegel zu bewerben, nachdem ich in einer Fachzeitschrift von der Möglichkeit der Zertifizierung gelesen habe. Mir erschien es auf Grund unserer pädagogischen Ausrichtung möglich, gute Chancen auf die Auszeichnung zu haben. Vorlesen und die Beschäftigung mit Büchern sind in unserer Einrichtung ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit und das ganze Team teilt diesen Bereich mit viel Herzblut und aus Überzeugung. So war auch klar, dass wir uns zur Rezertifizierung in diesem Jahr wieder bewerben.
Claudia Lampelsdorfer, Kindergarten St. Hedwig: Unser Kindergarten hat seit ca. 14 Jahren eine hauseigene Kindergartenbibliothek. In diesem Zusammenhang habe ich eine Zusatzschulung als Fachpädagogin für sprachliche Entwicklung gemacht. Bücher haben mich persönlich immer sehr interessiert und ich habe diese Arbeit dann schwerpunktmäßig hier im Haus übernommen. 2019 bis 2023 war unser Kindergarten wegen einer Umbauphase in einem Container ausgelagert. Wir hatten uns 2019 zum ersten Mal für das Gütesiegel beworben und es dann auch erhalten, ebenso 2022 und jetzt wieder. Die Arbeit mit Büchern ist in unserem neuen Logo zu sehen und im Umkreis haben wir das Alleinstellungsmerkmal „Buchkita“. Für die Kolleginnen im Team ist es eine verbindende Sache, wir ergänzen uns gegenseitig mit neuen Ideen in Bezug auf die Arbeit mit Büchern. Das wöchentliche Ausleihen für jedes Kind ist gleichzeitig die Möglichkeit für ein persönliches Beratungsgespräch. Als Pfarrkindergarten haben wir neben unserer religiösen Arbeit mit Kindern aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen den Schwerpunkt mit der Arbeit mit Literatur. In diesem Jahr konzentrieren wir uns vor allem auf Kinderlyrik mit Gedichten, Reimen und Versen.
Katja Peters, Kita St. Michael: Der Bildungsbereich Sprache und Kommunikation ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Wir unterstützen alle Kinder alltagsintegriert in ihrer Sprachentwicklung. Dazu bieten wir Angebote, die unmittelbar dem Erfahrungsbereich der Kinder entsprechen. Darüber hinaus liegt unser Fokus auf einer frühen Literacyförderung. Das bedeutet, wir ermöglichen den Kindern umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Buch- und Schriftkultur. Dazu bieten wir verschiedenste Angebote und Aktionen an: Eltern lesen in ihrer Muttersprache vor, ein tägliches Angebot zum Reimen für unsere Großen, eine eigene Bücherei, Tonieboxen, erstellen eigener kleiner Bücher, Nutzung eines Erzähltheaters usw. Dieses umfangreiche Angebot hat uns dazu veranlasst, uns zu bewerben. Wir hatten den Eindruck, dass das Gütesiegel Buchkita für das steht, was wir täglich umsetzen.
Koni Schaefer, Kita Pfarrei Mainz Laubenheim: Uns ist es schon seit vielen Jahren wichtig, uns für die aktive Leseförderung und das Heranbringen an Literatur gerade auch im Kleinkindalter einzusetzen. Das Gütesiegel hat eine gute Außenwirkung, Familien fragen nach und interessieren sich immer mehr für das Lesen in der Familie.
Bettina Schwarz, Kita St. Peter und Paul: Bereits in der Vergangenheit haben wir einen starken Fokus auf Lese- und Sprachförderung gerichtet. Unser Team hat in der täglichen Arbeit immer wieder die positiven Effekte beobachtet, die eine frühe Auseinandersetzung mit Sprache und Literatur auf die Entwicklung der Kinder hat. Dieses Engagement war unseren zwei Buchpartnern – der Bücherei Mainaschaff und der Buchhandlung Buchhaus in Elsenfeld – bekannt und sie informierten uns fast gleichzeitig bereits 2019 über das neu geschaffene Gütesiegel. So hatten wir damals schon die Idee, uns für das Gütesiegel Buchkita zu bewerben. Uns ist bewusst, wie wichtig Sprache für den Bildungserfolg ist. Durch das Gütesiegel wollten wir unsere Bemühungen formal anerkennen lassen und gleichzeitig neue Impulse für die Weiterentwicklung unserer Projekte gewinnen. Insgesamt war die Entscheidung, uns zu bewerben, ein wichtiger Schritt, um unsere Leidenschaft für Sprache und Lesen in eine strukturierte, qualitativ hochwertige Form zu bringen und unser Engagement für die Kinder zu unterstreichen. Für unser Bemühen um die frühe Sprachförderung wurden wir 2022 und 2025 erneut zertifiziert. Darauf sind wir sehr stolz und das gibt uns weiter die Motivation, dranzubleiben.
Inwiefern hilft Ihnen die Zusammenarbeit mit der KÖB vor Ort? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?
Koni Schaefer, Kita Pfarrei Mainz Laubenheim: Ohne die Zusammenarbeit mit der KÖB könnten wir den Kindern nicht nahebringen: Lesen ist überall möglich, Lesen kann ohne Kosten unterstützt werden und ich kann als Kind auch irgendwann eigenständig die KÖB besuchen, da ich mit den Räumen und den Mitarbeitenden vertraut bin durch die Ausleihe der Kita bei der KÖB. Unsere Zusammenarbeit ist vielfältig. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und dem Generieren von Spendengeldern arbeiten wir aktiv zusammen. Nur gemeinsam können wir unsere teils deckungsgleichen Ehrenämtler gut motivieren, sich für die KÖB und die Kita einzusetzen. Wir nehmen an Veranstaltungen der KÖB teil, wir lassen Mitarbeitende durch die KÖB schulen, wir leihen aktiv Bücher durch die Kinder aus, aber auch spezielle Buchwünsche lassen sich durch die Onlineausleihe und Bestellmöglichkeiten in der KÖB verwirklichen. Auf dem gemeinsamen Pfarrfest vor Ort arbeiten wir nahe beieinander und können so Familien auf die KÖB aufmerksam machen.
Katja Peters, Kita St. Michael: Durch die Zusammenarbeit mit der Bücherei stehen uns immer aktuelle Bilderbücher zur Verfügung. Bereits seit 2004 gibt es in unserer Kindertagesstätte eine kleine „Filiale“ der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Andrea“. Alle zwei Wochen können unsere Kitakinder sich ein Buch für zu Hause ausleihen. Die Ausleihe erfolgt durch engagierte Eltern und Großeltern. Die Bücher werden nach Jahreszeiten, Wünschen der Kinder und aktuellen Themen in unserer Kita zusammengestellt. Darüber hinaus leihen wir regelmäßig Tonies und Kartensätze für unser Kamishibai aus.
Sabine Bermühler, Kita St. Bonifatius – Montessorikinderhaus: Die regelmäßigen Besuche erweitern unser Angebot an Lesestoff. Da die Kinder dabei sind, erleben sie eine Bücherei hautnah, lernen sich ungezwungen darin zu bewegen und entdecken die Vielfalt an Medien. Bei speziellen Themen bitten wir die Bücherei, bei sich und wenn nötig bei der Fachstelle nach geeigneten Büchern zu suchen. Die Fachstelle bietet auch speziell zusammengestellte Bücherkisten zu verschiedenen Themen an. Auch die Leseeltern nutzen das vielfältige Angebot der Bücherei. Ausgesuchte Aktionen wie die Teilnahme der Kita bei der Weihnachtsbuchausstellung, die Elternbeteiligung bei der Fortbildung im U3-Bereich oder der Besuch von Bilderbuchkinos machen diese Zusammenarbeit so wertvoll.
Stephanie Welfonder, Haus für Kinder St. Margareta: Die Zusammenarbeit mit der KÖB vor Ort ist eng und der Austausch konstruktiv. Gemeinsam überlegen wir uns Ideen für die Zusammenarbeit und die Ausgestaltung von Projekten mit den Kindern. Kinder können auch Bücherwünsche äußern, die dann entsprechend in die Planungen der KÖB einfließen. Der Bücherfuchs wird jedes Jahr zusammen gemacht und wir leihen uns viele Fachbücher für unsere pädagogische Arbeit dort.
Bettina Schwarz, Kita St. Peter und Paul: Die Zusammenarbeit mit unserer schönen Bücherei in Mainaschaff ist für unsere Kita von großem Wert und bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Erstens bietet sie unseren Kindern eine Vielzahl an neuen Büchern und Medien, die ihren Horizont erweitern. Durch regelmäßige Besuche in der Bücherei können die Kinder die Vielfalt an Geschichten und Informationsmaterialien entdecken. Das fördert nicht nur ihre Lesemotivation, sondern hilft auch, das Interesse an Büchern schon früh zu entwickeln. Zweitens gestalten wir die Zusammenarbeit aktiv und kreativ. Wir organisieren gemeinsame Vorleseaktionen, bei denen die Büchereimitarbeiterinnen unsere Kinder mit spannenden Geschichten begeistern. Diese Veranstaltungen wecken nicht nur die Freude am Lesen, sondern stärken auch die Bindung zwischen den Kindern, unseren Erzieherinnen und den Mitarbeitenden der Bücherei. Zusätzlich unterstützt uns unsere Bücherei Mainaschaff auch bei der Auswahl geeigneter Bücher, die auf die Altersgruppen und Interessen unserer Kinder abgestimmt sind. Auch können wir Buchwünsche abgeben, die für uns angeschafft werden. Durch die enge Zusammenarbeit erhalten wir zudem Zugriff auf viele Veranstaltungen und Aktionen, die von der Bücherei organisiert werden. Das motiviert Kinder und Eltern für Besuche vor Ort. So konnten schon viele neue Leser für die Bücherei gewonnen werden. Insgesamt ist die Zusammenarbeit mit der Bücherei ein wichtiger Bestandteil unserer Lese- und Sprachförderung. Sie bereichert den Alltag unserer Kinder und fördert ihre Liebe zur Sprache und Literatur.
Was würden Sie sich an Verbesserungen/Änderungen von Seiten der KÖB oder der Gütesiegeljury für die Zukunft wünschen?
Bettina Schwarz, Kita St. Peter und Paul: Wünsche und Ideen gibt es viele. Allerdings sind sie auch abhängig von der personellen und finanziellen Situation unserer Einrichtung und wir müssen Schritt für Schritt vorgehen. Das sind unsere Zukunftspläne:
- Erweiterung des Bücherangebotes: Wir möchten den Bestand an kindgerechten, vielfältigen und mehrsprachigen Büchern weiter ausbauen, um die Interessen aller Kinder zu berücksichtigen und sprachliche Vielfalt zu fördern.
- Fortbildungsmöglichkeiten: Zusätzliche Fortbildungen für unser Team im Bereich Sprachförderung und kreatives Erzählen wären wünschenswert. So können wir neue Methoden kennenlernen und unsere Angebote stetig verbessern.
- Stärkere Vernetzung: Eine intensivere Zusammenarbeit mit der örtlichen Bücherei und anderen Bildungseinrichtungen wäre hilfreich, um den Austausch zu fördern und gemeinsame Projekte zu initiieren.
- Elternarbeit: Wir möchten Informationsveranstaltungen für Eltern anbieten, um sie aktiv in die Sprachförderung ihrer Kinder einzubeziehen und ihnen Tipps zur Leseförderung zu geben.
Koni Schaefer, Kita Pfarrei Mainz Laubenheim: Verbesserung gibt es immer, z.B. wünschen wir der KÖB einen barrierefreien Zugang und größere Räume, um die tollen Bücher besser ausstellen zu können. Der Wunsch nach mehr gemeinsamen Veranstaltungen z. B. Lesefest, Lesen überall und an seltenen Orten ist momentan in der Planung.
Katja Peters, Kita St. Michael: Es wäre wünschenswert, von der Jury eine Auswertung mit der genauen Punkteverteilung zu erhalten. Dadurch könnten wir sehen, in welchen Bereichen wir uns noch weiterentwickeln können. Eine konkrete Unterstützung durch Buchpakete, Praxisideen etc. während der Gültigkeit des Siegels wäre schön.
Stephanie Welfonder, Haus für Kinder St. Margareta, Schwifting: Aktuell sind wir sehr zufrieden, wie wir in diesem Bereich arbeiten, und wünschen uns – außer für viele unserer Herzensprojekte mehr Zeit zu haben – keine größeren Änderungen. Bücher gibt es in großer Zahl und die meisten sind sehr gut gestaltet, sodass uns die Freude am Vorlesen nicht ausgeht. Ideen für weitere Projekt haben wir auch noch viele.
Katja Peters, Kita St. Michael: Durch das Gütesiegel wird unsere engagierte, wertvolle Arbeit im Bereich Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen auch nach außen sichtbar. Es bestärkt uns in unserer pädagogischen Arbeit und macht deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch für unsere Kooperationspartner im Bereich Leseförderung, die uns teilweise schon seit Jahrzehnten unterstützen, ist es eine besondere Wertschätzung. Auch für unsere Kinder hat das Gütesiegel eine besondere Bedeutung. Durch unsere partizipative Arbeit bei Angeboten und Projekten wurden viele Ideen von den Kindern eingebracht und mitentwickelt. Sie haben also einen wesentlichen Anteil an unserer Auszeichnung. Darüber hinaus bieten die Leseeulen eine tolle Identifikationsmöglichkeit und haben für die Kinder einen hohen Wiedererkennungswert. Da bisher in der Stadt Neuss noch keine andere Kita als Buchkita ausgezeichnet wurde, ist das Gütesiegel Buchkita für uns ein Alleinstellungsmerkmal. Wir erhoffen uns durch die Auszeichnung auch eine Erhöhung der Attraktivität bei der Suche nach neuen Partnern im Bereich Leseförderung.
Koni Schaefer, Kita Pfarrei Mainz Laubenheim: Das Gütesiegel belegt unsere Literaturarbeit und zeigt den Eltern, was uns wirklich wichtig ist.
Stephanie Welfonder, Haus für Kinder St. Margareta: Das Gütesiegel bedeutet für uns eine besondere Auszeichnung und macht unsere gute Leseförderung nach außen transparent. Es unterstützt uns in unserer täglichen Arbeit und stellt die Wichtigkeit der Arbeit mit Büchern heraus. Auch Eltern wird dadurch bewusst, wie viel wir mit Büchern arbeiten und welche pädagogischen Ziele wir damit verfolgen. Zudem beginnen wir sehr früh, Eltern wie Kinder an hochwertige Bücher heranzuführen, damit die Leselust im Schulalter zunimmt bzw. schon vorhanden ist. Auch andere Institutionen und Einrichtungen werden so auf unser Engagement im Bereich Bücher und Leseförderung aufmerksam und kommen auf uns zu, was für unsere Öffentlichkeitsarbeit sehr wirksam ist. Nicht zuletzt lassen sich für den Lesebereich zusätzliche finanzielle Mittel „ergattern“, da uns die Gemeinde oder der Handel vor Ort mit Bücherspenden oder Geld für neue Literatur unterstützt. Und auch die Mitarbeiter freuen sich, dass mit dem Gütesiegel ihr Engagement in der Arbeit mit den Büchern deutlich herausgestellt und gewürdigt wird.
Sabine Bermühler, Kita St. Bonifatius – Montessorikinderhaus: Mit dem Gütesiegel kann die Wertschätzung unserer Arbeit nach außen hin sichtbar gemacht werden. Die Eltern unterstützen alle Aktionen im Lesebereich. Sei es durch die Teilnahme oder auch durch Buchspenden. Außerdem sind alle Kollegen und Kolleginnen angespornt, sich mit den Schwerpunkten auseinanderzusetzen und sie mit den Kindern zu bearbeiten. Auch erhöht es die Sensibilisierung für Defizite im täglichen Sprachgebrauch und das Finden von Lösungsansätzen.
Bettina Schwarz, Kita St. Peter und Paul: Das Gütesiegel ist nicht nur ein Label, sondern ein Zeichen für Qualität und Engagement. Es hebt unsere hervorragende Lese- und Sprachförderung hervor, die wir täglich in unserer Einrichtung leben. Durch die Auszeichnung sind wir bestätigt in dem, was wir tun: Wir schaffen eine Lernumgebung, in der Sprache und Literatur von zentraler Bedeutung sind. Darüber hinaus ermöglicht uns das Gütesiegel, gezielte Fortbildungen für unser Team in Anspruch zu nehmen. Damit bleibt unser Personal immer auf dem neuesten Stand der Sprachförderung und kann auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kinder eingehen. Dies kommt insbesondere unseren Vorschulkindern zugute, die auf den Übergang in die Schule vorbereitet werden. Eine starke Sprachkompetenz ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Schulstart und zu einer positiven Einstellung zum lebenslangen Lernen. Insgesamt ist das Gütesiegel Buchkita mehr als nur eine Auszeichnung. Es symbolisiert nicht nur unsere Errungenschaften, sondern motiviert uns auch, kontinuierlich an unserer Qualität zu arbeiten. Wir sind stolz darauf, unseren Kindern eine liebevolle und sprachfördernde Umgebung zu bieten, die sie auf ihren weiteren Bildungsweg bestens vorbereitet.
Claudia Lampelsdorfer, Kindergarten St. Hedwig: In unserer direkten Umgebung gibt es keine öffentliche Bibliothek. Wir pflegen jedoch die Zusammenarbeit mit der Internationalen Jugendbibliothek in Schloss Blutenburg in erster Linie für Abendveranstaltungen und Lesungen, die das Team besucht. Die Leiterin der Jugendbibliothek, Frau Dr. Raabe, hat uns bei einer Versteigerung von Original-Buchillustrationen eine Sponsorin vermittelt. So besitzen wir jetzt eine Illustration der Münchner Illustratorin Susanne Straßer (siehe Bericht auf unserer Homepage). Wir sind stolz auf unser Gütesiegel, vor allem weil wir es schon dreimal erhalten haben. Das ist immer wieder neu eine Herausforderung. Es zeigt aber, wie wunderbar man Kinder für Bücher begeistern kann. Das wirkt sich auch vor allem auf Familien aus, die eine Migrationsgeschichte haben und dabei sind, die deutsche Sprache erst zu lernen. Bücher sind dabei für diese Familien ein wunderbares Medium. Wir können vor allem auch in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung geben, z. B. mit unserer „Trosttasche“ bei familiären Todesfällen. Auch das ist auf unserer Homepage zu finden. Wir setzten einen beträchtlichen Teil unseres Spielgeldes für die Neuanschaffung von Büchern ein und versuchen hier, alle wichtigen Themen abzudecken. Wir haben die Möglichkeit zu Lesungen mit Autoren/Illustratoren einzuladen, bekommen über Verlage z.B. Poster oder andere Materialien als Geschenk. Unsere Arbeit hebt sich ein Stück weit ab vom „normalen“ Kindergartengeschehen und wir versuchen in manchen Dingen gegenzusteuern, da wir merken, dass sich der vermehrte Smartphonegebrauch von Eltern negativ auf ein gutes Sprachvorbild auswirkt.