Der Held der See

Jeden Abend sperrt seine verwitwete Mutter Noboru in seinem Zimmer ein. Darüber entdeckt Noboru ein Guckloch, durch welches er seine Mutter in ihrem Schlafzimmer beobachten kann. Mit dieser Szene beginnt der in mehrere Teile gegliederte Roman – Der Held der See zum einen über das Heranwachsen Noborus und zum anderen über den, der sein Held und später sein Stiefvater wird, über den Seemann Ryuji Tsukazaki. Während Noboru mit seinen Freunden auf der Suche nach Heldentaten ist und sich an den Abenteuererzählungen Ryujis orientiert, entschließt sich dieser, die Seefahrt an den Nagel zu hängen und in das Geschäft von Noborus Mutter einzusteigen. In den Augen des Jungen ist das ein Verrat am Heldentum und er sucht einen Weg, Ryuji zu bestrafen. Noboru steht für die Idealisierung des Heldentums und das tiefe emotionale Empfinden von Heranwachsenden von Hitzigkeit bis zur berechnenden Kälte. – Die sprachliche Empfindsamkeit wie die vielen Details, mit der die einzelnen Situationen beschrieben werden, fesseln und lassen das ganze Geschehen wie ein Bilderbogen vor dem inneren Auge entstehen. Der Roman erschien bereits 1963 und wurde nun von Ursula Gräfe neu übersetzt.

Susanne Körber

Susanne Körber

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Held der See

Der Held der See

Yukio Mishima ; aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Kein & Aber (2024)

201 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 620360
ISBN 978-3-0369-5046-4
9783036950464
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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