Wir alle
Urgroßeltern zu haben ist eine Seltenheit, die Kenntnis unserer Ahnenfolge beschränkt sich doch meist auf die Großeltern. Aber auch sie wiederum hatten Eltern und Großeltern – und sich in dieser unendlichen Menschenkette zurechtzufinden (und
seinen Platz in ihr zu finden), hat sich dieses Buch zur Aufgabe gemacht. Die Idee ist so einfach wie genial: Ausgangsort ist das fragende Kind, das sich als (vorläufiger) Endpunkt einer Ahnenreihe begreift. Es wird zurückerzählt und dabei werden unsere Vorfahren in ihrer Lebenswirklichkeit gezeigt. Diesen "Epochenstationen" gehört jeweils eine Doppelseite, deren Bebilderung schon den jüngsten Betrachtern sehr gefallen wird. Denn hier wird eine prägnante Situation herausgegriffen, die kennzeichnend für dieses Zeitalter war – seien dies Veränderungen in der Landwirtschaft und der Verarbeitung von Lebensmitteln, seien es die Alphabetisierung, Gefahren durch Seuchen und Kriege oder Handelsreisen. Auf diese Weise werden Seite für Seite 1,5 Millionen Jahre zur Anschauung gebracht – nicht als abstrakter Zeitstrahl, sondern mit konkreten Episoden aus dem Leben unserer Vorfahren. Der so ansprechenden Illustrierung werden Kommentare bzw. Fragen zur Seite gestellt. Im Anhang befinden sich längere Texte zu den "Meilensteinen" der Menschheitsgeschichte. – "Wir alle" ist also Titel und Programm zugleich: die Verknüpfungen unter den Generationen werden ebenso begreifbar gemacht wie die unter unseren Zeitgenossen. Wir erleben mit diesem Buch nichts weniger als die gemeinsamen Ursprünge dieser unendlich scheinenden Menschheitsfamilie.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Wir alle
Heike Faller ; Illustrationen: Valerio Vidali
Kein & Aber (2025)
[unpaginiert] : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6