Lügner und Heilige
Teddy und Yvette heiraten im Zweiten Weltkrieg, doch Teddys Einsatz als Bomberpilot trübt das junge Glück. Daran kann auch die Geburt der beiden sehr unterschiedlichen Töchter Margot und Clarissa nichts ändern. Dennoch bleiben die beiden standhaft
und entschlossen ein Paar. Ihre Nachkommen stellen sie vor große Herausforderungen: Die frühe, uneheliche Schwangerschaft von Margot gibt Yvette listenreich als ihre eigene an, Jamie, der ersehnte Sohn, erweist sich als erzieherische Herausforderung. Clarissa entpuppt sich als homosexuell, doch immer gelingt es Yvette, die Familie zu einen, bis sie kurz vor der Jahrtausendwende stirbt. Erst da enthüllt sich das letzte große Geheimnis der Familie. - Nach "Tochter einer Familie" stellt die amerikanische Autorin Maile Meloy erneut die Familie Santerre in den Mittelpunkt, inhaltlich sind beide Romane verknüpft, aber in sich abgeschlossen. Auf nur 300 Seiten entwirft sie eine Familiengeschichte über vier Generationen, die, geprägt durch ein katholisches Umfeld, Vertuschung und Lügen fast virtuos einsetzen, um den schönen Schein zu wahren. Jedes Familienmitglied entwickelt eigene Überlebensstrategien innerhalb der familiären Gemeinschaft, daraus ergibt sich eine überaus lebendige und fast analysierende Geschichte. Für größere Bestände durchaus ein Gewinn! (Übers.: Ursula-Maria Mössner)
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Lügner und Heilige
Maile Meloy
Kein & Aber (2011)
301 S.
fest geb.