WEG

In dieser Graphic Novel erzählt Malin von ihrer Schwester Sybil. Diese liegt den ganzen Tag auf ihrem Bett, verschmilzt allmählich mit dem Bettzeug und wird schließlich zu Stein. Während die Familie ratlos ist, macht sich Malin auf den Weg, ihre WEG verschwundene Schwester zu suchen. Begleitet von ihrem Hündchen sucht sie ihre Schwester in einer muffigen Höhle, droht, in einem Sumpf zu versinken, wird mit monströsen Ungeheuern konfrontiert, die ihr die Sinnlosigkeit ihrer Reise deutlich machen wollen. Sie begegnet aber auch hilfreichen Geistern, die ihr aufmunternd raten, wo es einen Eingang gibt, ist auch ein Ausgang. Am Ende ihrer Reise kann sie ihre Schwester zu Hause begrüßen, muss jedoch erkennen, dass sie durch ihr Eintauchen in diese unbekannte, irritierende Fantasiewelt ebenfalls ein belastendes Wesen mitgeschleppt hat, genauso wie die Menschen in ihrer Umgebung. Die grau-beige Farbgebung mit wenigen helleren Farbakzenten veranschaulicht die depressive Situation eindrücklich. Die Panels kommen oft ganz ohne Text aus und verdeutlichen das Unsagbare. Dieser Comicroman nimmt den Blickwinkel der Angehörigen ein, die ebenfalls betroffen sind, wenn ein Familienmitglied psychisch erkrankt. Dennoch bleibt diese Allegorie empathisch und ist von einer warmen Grundstimmung getragen. Der etwas größere Band mit dem auffordernden Cover klärt auf, macht Mut und überzeugt, zumal abschließend Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige aufgezählt werden.

Ursula Reich

Ursula Reich

rezensiert für den Borromäusverein.

WEG

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Rina Jost
Edition Moderne (2023)

108 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 616792
ISBN 978-3-03731-253-7
9783037312537
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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