Wohin das Licht entflieht
Beth wurde mit sechzehn zu einem gefeierten und reichen Musikstar, zusammen mit ihrer Band The Jinks. Beth beendete ihr Leben mit einundzwanzig, während ihr Freund zugedröhnt mit Drogen und Alkohol im Nachbarzimmer schlief. Für Emmy war sie immer
strahlendes Vorbild und Vertraute, ein Mittelpunkt ihres Lebens. Täglich muss sie nun nicht nur die eigene Trauer bewältigen, sondern auch das gnadenlose Ausschlachten von Beths Leben und Tod durch die Medien. Täglich teilt sie mit den Lesern ihre eigene Verzweiflung und ihren langen Weg aus dieser heraus. Böse Mails, fiese Zeitungsberichte, hilflose Versuche zu trösten und glückliche Kindheits-Erinnerungen stürzen sie in immer tiefere Verzweiflung. Während sie oft Freunde durch Ablehnung abschreckt und verzweifelt ein neues Leben aufzubauen versucht, sind es am Ende genau diese Freunde, die ihr dabei helfen. Nicht hilfreich ist ihr Vater, der versucht sie in die Fußstapfen ihrer Schwester als neues Mitglied der Band zu zwängen. Und so lautet ihr Fazit am Ende dazu, was sie nun ist: "älter, klüger, glücklich". Bei Empfehlungen sollte die Suizid-Problematik angesprochen werden, allerdings auch der positive Weg daraus.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wohin das Licht entflieht
Sara Barnard ; aus dem Englischen von Hanna Christine Fliedner und [einer weiteren]
Arctis (2024)
447 Seiten
fest geb.