Bittere Sonne
In der Hoffnung auf ein besseres Leben gehen die Brüder Said und Kader nach Paris. Doch während Said fünf Jahre lang in der Autoindustrie schuftet, bis er seine Familie nachholen kann, heiratet Kader eine betuchte Französin und wird in der Schokoladenfabrik
seines Schwiegervaters in Belgien tätig. Saids Frau Nadscha ist zunächst nicht begeistert von den Lebensumständen in der Sozialwohnung. Doch sie findet schnell Freundinnen ganz unterschiedlicher Art, der Zusammenhalt in der Banlieue ist zunächst groß. Als Nadscha wieder schwanger ist, beschließt Said, das Baby Kader und Eve aus Geldnot zu überlassen, die kinderlos sind. Doch dann stellt sich heraus, dass es Zwillinge sind. Der etwas schwächere Amir bleibt bei seinen Eltern, und Daniel soll bei Kader und Eve aufwachsen, ohne jemals zu erfahren, dass Amir sein Bruder ist. Einfühlsam gibt die Autorin Einblicke in das schwierige Leben der Einwanderer in einem Land, das ihre Arbeitskraft braucht, aber die Menschen nicht schätzt. Breit einsetzbar.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Bittere Sonne
Lilia Hassaine ; aus dem Französischen von Anne Thomas
Lenos Verlag (2024)
182 Seiten
fest geb.