Das Gegenteil von Einsamkeit

Marina Keegan ist 2012 im Alter von 23 Jahren tödlich verunglückt. Der Titel des Buches entstammt der hier enthaltenen Universitätsabschlussrede, die nach ihrem Tod zur Internetsensation geworden ist. Viele ihrer Stories bewegen sich im Studentenmilieu, Das Gegenteil von Einsamkeit umkreisen Familie, Freundschaft, Liebe und Tod. Andere ragen durch ihre Individualität heraus: zum Beispiel, wenn eine Sechzigjährige sich beim Vorlesen vor einem blinden zwanzigjährigem Mann heimlich nackt auszieht. Die Essays unterscheiden sich manchmal kaum von den Stories. Es handelt sich dabei meist um Beobachtungen des täglichen Lebens. So beschreibt Keegan die Metamorphose ihres Toyotas, den sie mit einer makellos glänzenden Karosserie und fleckenlosem Innenraum von ihrer Großmutter bekommen hatte. Kurz bevor sie ihn an ihren jüngeren Bruder weiterreicht, resümiert sie: "Mein Auto war nicht unappetitlich; es war bewohnt, unaufgeräumt, beengt. Es wurde eine Erweiterung meines Zimmers und damit eine Erweiterung meiner selbst" (S. 204). Andere Essays werfen einen persönlichen, empathischen und oft witzigen Blick auf so unterschiedliche Themen wie die Rettung von Walen, Lebensmittelallergien oder das skurrile Leben eines Kammerjägers. - Keegans geistreichen, in einem jugendlichen Ton verfassten Geschichten sind für alle Büchereien geeignet. (Übers.: Brigitte Jakobeit)

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Gegenteil von Einsamkeit

Das Gegenteil von Einsamkeit

Marina Keegan
S. Fischer (2015)

284 S.
fest geb.

MedienNr.: 580383
ISBN 978-3-10-002276-9
9783100022769
ca. 18,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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