Die Muse
Im Zentrum des Romans steht Paul Dukach, ein literaturbegeisterter Verleger. Er arbeitet für einen kleinen, aber feinen New Yorker Verlag und verehrt die Dichterin Ida Perkins, deren Lyrikbände Amerika seit Jahren faszinieren. Seine Besessenheit
von Idas Werk und sein Verlangen, mehr über die Künstlerin zu erfahren, bilden den Kern der Geschichte. Gleichzeitig zeichnet Galassi ein Bild des Literaturbetriebs mit seinem vielfältigen Personal und dessen kleinen und großen Intrigen. Auch die Veränderungen, die sich durch große Versandhändler im Internet (hier bezeichnenderweise "Medusa" genannt) ergeben, werden im Roman nicht ausgespart. - Auch wenn es scheint, dass hier nicht für ein breites Publikum geschrieben wurde, bietet die Handlung dennoch Unterhaltungswert: Pauls langes Streben, Ida Perkins endlich zu treffen, wird am Ende erfüllt und das, was er dabei erfährt, stellt Pauls Leben und das New Yorker Verlagswesen völlig auf den Kopf. Empfehlenswert. (Übers.: Uljana Wolf)
Julia Heß
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Muse
Jonathan Galassi
Fischer (2016)
267 S.
fest geb.