Wir haben keine Angst
Die Autorin erschafft für ihre unterhaltsame Analyse zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch irgendwie bildhaft für die Generation der heute 30-Jährigen sind. Anna ist nach ihrem Blitzstudium erfolgreich ins Berufsleben
gestartet und arbeitet sich in einer Werbeagentur hoch. Auch ihre Freizeit ist ein Erfolgsmodell mit coolen Freunden und hippem Ausgleichssport. Bastian dagegen ist ein Träumer, der in den Tag hineinlebt und dabei zwar nichts richtig auf die Beine stellt, aber trotzdem irgendwie Erfolg hat. Beide Charaktere werden aber von der gleichen Angst heimgesucht: In diesem Leben der unbegrenzten Möglichkeiten, die ihre Eltern nie hatten, zu versagen. Anhand von fünf alltäglichen Themen wie z.B. Arbeit, Freundschaft, Eltern versucht Nina Pauer diese Versagensängste zu beleuchten. In vielem findet sich der Leser dann auch wieder, jedoch bietet das Buch keinen konkreteren Lösungsansatz als "Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung!". Am Ende ist man also nicht unbedingt schlauer, aber auf alle Fälle gut unterhalten.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wir haben keine Angst
Nina Pauer
Fischer (2011)
198 S.
kt.