Trotz alledem
In ihrem biografischen Roman beschreibt die 2013 verstorbene Dichterin Maruša Krese das Leben ihrer Eltern, die beide im Zweiten Weltkrieg als Partisanen kämpften und danach linientreu die Politik Titos unterstützten. Sehr eindringlich schildert
sie aus der Perspektive der Eltern die Entbehrungen, Härte und Unbarmherzigkeit des Krieges, die dennoch Raum ließen für eine aufkeimende Liebesbeziehung, die alle Widrigkeiten überdauern sollte. Doch als Kind und rebellierende Jugendliche spürt Maruša Krese immer eine gewisse Härte der Eltern, die sie sich zunächst nicht erklären kann. In ihrem Roman arbeitet sie stellvertretend am Beispiel der Eltern das Trauma einer ganzen Generation auf. Als historisches Dokument ist dieser Roman wichtig und lesenswert, kann daher breit eingesetzt werden.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Trotz alledem
Marusa Krese ; aus dem Slowenischen von Liza Linde
S. Fischer (2023)
254 Seiten
fest geb.