Jenny

Jenny, Tochter der reichen jüdischen Kaufmannsfamilie Meier, ist lebhaft und wissbegierig, daher stellt ihr Vater den Theologiestudenten Gustav Reinhard, einen Freund seines Sohnes Eduard, als Hauslehrer ein. Gustav ist hingerissen von Jennys geistiger Jenny Unabhängigkeit und Lebendigkeit. Er verliebt sich in sie und bittet den Vater um Jennys Hand. Dieser schätzt Gustav zwar sehr, sorgt sich aber, dass Jenny, bereit zur Konversion zum Christentum, mit ihrem unabhängigen Geist auf die Dauer nicht die Erwartungen des frommen Pfarrers erfüllen kann. Trotzdem stimmt er der Verlobung zu, da er die Gefühle seiner Tochter nicht verletzen möchte. Die Autorin Fanny Lewald (1811-1889) war Jüdin aus reicher Familie und verarbeitet in ihrem Roman sowohl die Situation der Frau als auch die Ausgrenzung von Juden im vorrevolutionären 19. Jh. im späteren Deutschen Reich. Das Nachwort von Mirna Funk ordnet den Roman historisch ein und findet sehr deutliche Worte zum Thema Emanzipation. Sehr lesenswert und aufschlussreich, sprachlich eher herausfordernd, weil der Wortlaut der Originalausgabe beibehalten wurde.

Martina Häusler

Martina Häusler

rezensiert für den Borromäusverein.

Jenny

Jenny

Fanny Lewald
Reclam (2023)

287 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 617134
ISBN 978-3-15-011455-1
9783150114551
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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