Gewalt der Ungleichheit
Der Professor für Praktische Philosophie formuliert und erläutert die These: Die Ungleichheit in der Welt (von der ganz persönlichen bis zur globalen Ebene) ist Ursache für eine exponentielle Zunahme der Gewalt. So leben wir derzeit in massiv gewalttätigen
Gesellschaften, was viele von uns, die in der geborgenen "Mitte der Gesellschaft" leben, gar nicht bemerken. Doch Ausbeutung, Ausgrenzung, psychische und physische Gewalt sind auch in unserer angeblich hochzivilisierten Welt gerade am sogenannten sozialen Rand leider Alltag. In seinem Buch erläutert Neuhäuser zunächst, was er unter sozialer Ungleichheit versteht. Danach formuliert er seinen Gewaltbegriff und zeigt schließlich auf, was sich der Gewalt der Ungleichheit entgegensetzen lässt, um weltweit zu mehr Gerechtigkeit und sozialer Ausgewogenheit zu kommen. – Ein schmales (140 Seiten Text), aber ungemein wichtiges Buch, das jeden Leser, jede Leserin zum Nachdenken anregen wird. Für mittlere und größere Bestände oder Büchereien mit entsprechendem Schwerpunkt.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Gewalt der Ungleichheit
Christian Neuhäuser
Reclam (2025)
160 Seiten
fest geb.