Bananama

Ein sechsjähriges Mädchen lebt mit ihren Eltern in einem Haus am Rande des Waldes. Sie führen ein selbst gewähltes, vermeintlich sicheres Aussteigerdasein. Ihre Eltern isolieren sich mehr und mehr von der Außenwelt und werden darüber immer seltsamer. Bananama Das Mädchen vermisst das normale Leben. Ihr sehnlichster Wunsch ist eine Freundin oder Schwester, um ihre Einsamkeit ein wenig zu überwinden. Es beginnt, Worte zu beerdigen und kleine Kreuze auf die Gräber zu setzen, deren Bedeutung es vergessen möchte, weil es sie nicht haben kann. Dazu gehören Bananen und Schokoriegel ebenso wie Spaziergang oder Mitleid. Seit sie einen Schrei aus dem Wald gehört hat, ist die Angst ihr ständiger Begleiter. Eines Tages liegt ein Toter in ihrem Garten. Es zeigt sich, auch durch das Versperren der Tür lässt sich die "Welt da draußen" nicht aussperren. Mit der Zeit wünscht sich das Mädchen immer häufiger einen imaginären Koffer, um darin ihre Ängste, Sehnsüchte und Wünsche an ein normaleres Leben zu packen. - Die bereits mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autorin Simone Hirth hat einen individuellen, einfühlsamen Schreibstil. In meist kurzen Sätzen weiß sie die ganze Gefühlswelt des jungen Mädchens, aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist, zu beschreiben. Dabei versteht sie es gleichzeitig, einen kritischen Blick auf die Widersprüche unserer Gesellschaft zu werfen. Zu empfehlen.

Kathrin Wexberg/STUBE

Kathrin Wexberg/STUBE

rezensiert für den Borromäusverein.

Bananama

Bananama

Simone Hirth
Kremayr & Scheriau (2018)

189 S.
fest geb.

MedienNr.: 592366
ISBN 978-3-218-01103-7
9783218011037
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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