Mit Haut und Haaren
Der Dozent für Wirtschaftswissenschaften Roland Oberstein pendelt beruflich zwischen Europa und den USA. Er hat eine Ex-Frau samt Sohn und schwierigem neuen Partner, eine Freundin, die sich nach einem Abenteuer umschaut, und eine verheiratete Kollegin,
die mit ihm anbandeln möchte. Nur er selbst kennt im Kern nur eine Beziehung - die zu seiner Forschungsarbeit. Wie mit einem unsichtbaren Panzer umgeben, laviert er sich durch die unterschiedlichen Ansprüche, in seinem privaten Umfeld wie im Dozenten-Kollegenkreis. Völlig unverständlich ist ihm, welche Anziehungskraft er, der spröde Analytiker auf Frauen ausübt. Es schmeichelt seinem Ego und verwirrt ihn gleichzeitig. - Grünberg schildert Obersteins Aktionen, die diversen Beziehungen und sexuellen Handlungen in einer sehr offenen Sprache. Die Darstellungen in ihrer Häufigkeit könnten in konservativen Leserkreisen Anstoß erregen. Im Übrigen amüsieren seine Beschreibungen menschlicher Befindlichkeiten. (Übers.: Rainer Kersten)
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mit Haut und Haaren
Arnon Grünberg
Diogenes (2012)
682 S.
fest geb.