Elsa ungeheuer

Die elfjährige Elsa, ein sehr eigenwilliges Mädchen, wird von ihrer Mutter zum Vater in ein oberpfälzisches Dorf gebracht. Mit ihr freunden sich der achtjährige Karl, der Ich-Erzähler, und sein zehnjähriger Bruder Lorenz an. Die beiden Buben Elsa ungeheuer verloren kurz vorher ihre Mutter, eine Holländerin; ihr depressiver Vater reist immer wieder zum Grab seiner Frau nach Den Haag. Dort lernt die Familie Kunstsammlerkreise, eine alte Dame und deren Berater, kennen. Nach dem Abitur will Lorenz Kunst studieren, um seinen Traum von einem Bild der Ewigkeit zu verwirklichen. Er verliert aber nach einer körperlichen Auseinandersetzung die Unterstützung des Beraters. Dessen Frau Vera wittert eine Chance, sich an ihm zu rächen. Karl wird der Geliebte der kokainabhängigen Galeristengattin; wenig später übernimmt Lorenz den Part und greift ebenfalls zu Drogen. Karl befreit sich aus der Abhängigkeit durch eine Reise zu Elsa, die ihn über die Zusammenhänge der Ereignisse in der Kindheit aufklärt. Letztlich landen beide wieder desillusioniert im Ort ihrer Kindheit. - Die Autorin hat das Buch in zwei streng getrennte Einheiten gegliedert. Stehen im ersten Teil die ziemlich negativen Kindheitserfahrungen im Vordergrund, führt der zweite Teil in eine reichlich überdrehte Kunstszene. Langsam kommt zum Vorschein, dass beide Jungen auch als junge Erwachsene zutiefst von Elsas Einfluss geprägt sind. In der rückblickenden Erzählung hält die Autorin im ersten Teil konsequent die Perspektive des kindlichen Erzählers durch; im zweiten Teil wirkt er gereifter als sein Bruder, ist aber gegen die Verlockungen Veras nicht gewappnet. Tragendes Motiv des Romans ist der Einfluss einer Kindheit auf den Lebensweg.

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Elsa ungeheuer

Elsa ungeheuer

Astrid Rosenfeld
Diogenes (2013)

276 S.
fest geb.

MedienNr.: 376387
ISBN 978-3-257-06850-4
9783257068504
ca. 21,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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