Die Sterne ordnen
Borgo di Dentro, 1945: Die junge Lehrerin Gilla bekommt am Schuljahresbeginn eine neue Schülerin in ihre Grundschulklasse. Die begabte Francesca Pellegrini wird aus dem benachbarten Waisenhaus geschickt, ein zehnjähriges Mädchen, das nicht spricht.
Beide sind Versehrte der Kriegsumstände. Gilla war mit ihrer Familie aus dem Bombenhagel von Genua nach Borgo di Dentro geflohen und hatte den Partisanen geholfen. Beide haben ihre eigene Überlebensstrategie entwickelt: Gilla versucht als Uhrmachertochter, die Mechanik des Planetenmodells der Schule zu reparieren (daher der Titel) und Francesca kümmert sich um ein Kätzchen, das sie im Keller des Waisenhauses versteckt hält. Gilla will Francescas Geheimnis enthüllen. In Rückblenden schaut der Roman zurück in die Zeit von 1938 bis 1945, in die Geschichte der gutbürgerlichen Familie Sacerdoti aus Casale Monferrato und in die von Gillas Familie. – Man muss schon konzentriert lesen, damit man die verschiedenen Stränge der beiden Mädchen nicht verwechselt, besonders weil das jüdische Mädchen mit einer katholischen Identität ins Waisenhaus geschickt wurde. Insgesamt ein lesenswerter Roman über eine schreckliche Zeit, die man eher aus deutscher Perspektive kennt.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Sterne ordnen
Raffaella Romagnolo ; aus dem Italienischen von Maja Pflug
Diogenes (2024)
445 Seiten
fest geb.