Das dünne Pferd
Die Welt scheint dem Untergang nahe: Die Natur spielt verrückt, in der Stadt herrschen Willkür und Chaos. Die Krankenschwester Aria Schulmann weiß instinktiv, dass sie handeln muss. Zusammen mit ihrer Kollegin und Freundin Marion packt sie fünfzehn
kranke Kinder in einen Bus, fährt ans Meer und bezieht ein leerstehendes Hotel. In dem Küstenort namens Einstadt versuchen sie, ihr Überleben zu sichern, und stoßen auf den Widerstand von Imre Brandt, dem Mann, der mit seiner Gefolgschaft heruntergekommener Cowboys im Ort das Sagen hat. Als ein Pferd am Steilhang vor dem Hotel auftaucht, setzt Aria alles daran, das Tier zu bergen, ist aber auf die Unterstützung der Stadtbewohner angewiesen. Der Konflikt mit Brandt spitzt sich zu und droht zu eskalieren. – Die Frauengestalten des Romans sind keine Heldinnen. Sie wollen sich weder beweisen noch bewähren und funktionieren, weil sie gebraucht werden. Es sind eigenwillige Figuren, widerspenstig, mit Ecken und Kanten, mit Ängsten und Schwächen. "Das dünne Pferd" parodiert das Western-Klischee mit schwarzem Humor, wortgewaltig und bildstark: Großes Kino! Für alle Bestände gerne empfohlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Das dünne Pferd
Stefanie vor Schulte
Diogenes (2024)
242 Seiten
fest geb.