Zuversicht
Um der emotionalen Überforderung durch die gefühlt immer weiter zunehmenden schlechten Nachrichten etwas entgegenzusetzen, hat Louise Brown sich vorgenommen, täglich etwas Erhellendes, Verbindendes oder Wärmendes in ihrem Alltag zu suchen und aufzuschreiben.
Durch das schriftliche Festhalten wird aus Flüchtigem Beständiges, das mit anderen geteilt werden kann. Es sind ganz unterschiedliche Momente in der Natur, in der Familie, auf Spaziergängen oder Taxifahrten, bei Lesungen oder auf Reisen. Die Begebenheiten und Begegnungen führen ihr vor Augen, dass die Welt nicht nur aus Kummer und Leid besteht, sondern dass es auch Hoffnung und Zuversicht gibt. Freude ist, so Brown, das Leben mit allen Sinnen aufzunehmen. Lebensmut entsteht dann, wenn man von seinem Umfeld berührt wird, wenn man sich als Teil von etwas Größerem fühlt und wenn man jenen Hunger nach Leben spürt, den man Zuversicht nennen kann. Im Alltag vermischen sich Schmerz und Licht, wie Fäden in einem Stoff, die nur gemeinsam dieses Wundersame werden, das man Leben nennt. Es ist ein stilles, nachdenkliches, poetisches und sehr persönliches Buch, das für alle Bestände sehr gern empfohlen wird.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Zuversicht
Louise Brown
Diogenes (2025)
221 Seiten
fest geb.