Down Cemetery Road
Sarah Tucker soll für ihren Ehemann und dessen Geschäftsfreund die nette Gastgeberin spielen. Als die ungleiche Runde gerade beim Abendessen sitzt, fliegt in der Nachbarschaft ein Haus in die Luft. Eine Gasexplosion, sagen die Behörden. Aber obwohl
dort nur eine alleinerziehende Mutter mit ihrem vierjährigen Mädchen wohnt, gibt es zwei erwachsene Tote. Das Mädchen überlebt und verschwindet spurlos aus dem Krankenhaus. Sarah macht sich auf die Suche nach Dinah. Sie engagiert dafür den Privatermittler Joe Silverman und seine Partnerin Zoe Boehm und gerät durch ihre Neugier in einer völlig irrwitzigen und blutigen Geheimdienstoperation zwischen alle Fronten. – Mick Herron hat sich mit seinen frechen Romanen um die ausgemusterten Geheimdienstmitarbeiter, den "Slow horses" (aktueller Band in diesem Heft) eine beachtliche Fangemeinde erschrieben. Jetzt legt der Diogenes-Verlag mit der früheren Reihe um die Oxforder Ermittlerin Zoe Boehm nach. Der vorliegende Auftaktband ist ursprünglich bereits 2003 erschienen. Die Titelheldin ist aber eigentlich nur eine Randfigur, die Stadt Oxford spielt nur eine Nebenrolle und auch sonst reicht die wendungsreiche Handlung leider nicht in Sachen Witz und Sarkasmus an die Erfolgsserie heran. Bei Nachfrage möglich.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Down Cemetery Road
Mick Herron ; aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
Diogenes (2025)
549 Seiten
kt.