Bad actors
Im achten Fall der Slow Horses, den ausgemusterten Spionen des britischen Inlands-Geheimdienstes MI5, befinden sich ihr Chef Jackson Lamb und seine kleine durchgeknallte Truppe von Individualisten im Zentrum eines innenpolitischen Skandals. Der Premierminister
hat den Politikberater Anthony Sparrow eingestellt, der eine Gruppe von Beratern unter dem Namen Rethink#1 gebildet hat. Diese Gruppe soll die Macht beim Premierminister bündeln. Nur scheint die Beraterin Sophie de Greer verschwunden zu sein. Sie ist für die Prognosen zu den Reaktionen der Bevölkerung auf politische Initiativen zuständig. Sparrow beauftragt Claude Wheelan, den Vorgänger der aktuellen MI5-Chefin Diana Taverner, mit Nachforschungen. Er verdächtigt den inländischen Geheimdienst, ein altes, nie eingesetztes Protokoll angewendet zu haben, um unliebsame Personen in osteuropäischen Gefängnissen zu "entsorgen". Jedoch ist in einem Spionagefall nichts, wie es scheint, und die Slow Horses können de Greer ausfindig machen. Und alle wollen den Zugriff auf sie. Eine gelungene Parodie des Genres der Spionagethriller mit politisch inkorrekten Aussagen, ordinären Sprüchen und Gebaren von Jackson Lamb. Von Neueinsteiger:innen in die Reihe verlangt es ein aufmerksames Lesen, um den schwarzen Humor ganz genießen zu können. Für alle spannend!
Helmut Lenz
rezensiert für den Borromäusverein.
Bad actors
Mick Herron ; aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
Diogenes (2026)
459 Seiten
kt.