Bilder, die du knicken kannst
Meist sind es kleine Unfälle, die Papier ruinieren: ein Eselsohr, ein Riss oder eine Verletzung der Oberfläche beim Radieren. Man kann diese vermeintliche Beschädigung aber auch als künstlerische Technik begreifen und sie für das bildnerische
Gestalten nutzbar machen! So geschieht es in diesem kreativen Anleitungsbuch, das minutiös das Werken mit Papier beschreibt und zahlreiche Beispiele vorführt. Zunächst werden die Techniken vorgestellt. Dem Papier unkontrolliertes Knüllen oder kontrolliertes Knicken, Reißen und Falten "anzutun", bringt ästhetische Reize hervor, wobei die Blattstärke eine große Rolle spielt. Auch die spätere Inszenierung der Arbeit durch Rahmung und Beleuchtung wird erwähnt. Bei alldem gilt: keine Angst vor möglichen Fehlern zu haben, denn jedes spielerische Ausprobieren ist das Ziel des Werkprozesses! Im zweiten Teil des Buches werden rund 30 Beispiele und ihre Arbeitsschritte vorgestellt. Viele der Blätter bekommen durch Aquarellmalerei oder Bleistiftzeichnungen noch eine humorvolle Note – dies aber will tatsächlich geübt sein. Alles in allem ermutigen diese Anleitungen zu einem beherzten Zugriff auf das Material Papier. Ihm wird somit eine Körperlichkeit verliehen, die sehr originelle und reizvolle Wirkungen hervorrufen kann.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Bilder, die du knicken kannst
Teelke Limbeck
Haupt Verlag (2025)
Haupt GESTALTEN
95 Seiten : farbig
kt.