Bellende Katzen
Irgendwo in einem javanischen Hinterwalddorf. Der junge Sato Reang leidet sehr unter dem unerbittlichen Regiment seines strenggläubigen Vaters, der möchte, dass sein Sohn ein frommer Moslem wird – während Sato lieber wie seine Kumpane Fußball
spielen und ins Kino gehen möchte. Immer wieder lehnt der Junge sich auf, doch sein Vater ist unerbittlich, zerschneidet sogar den teuer vom Ersparten gekauften Fußball Satos. Zu allem Überfluss hat er noch den gleichaltrigen Schulkollegen Jamal am Hals: Der ist strenggläubig, und da er Satos Freundschaft sucht, bringt er diesen in Misskredit bei dessen Freunden. Dann stirbt Satos Vater unvermittelt. Doch aus der erwarteten Freiheit wird zunächst wenig, denn die Tradition erfordert es, dass der Junge die Aufgaben des Vaters übernimmt. Doch dann bricht Sato aus, und als er und seine Freunde den braven Jamal mit Alkohol abfüllen, stirbt dieser bei einem Unfall. – Eka Kurniawan gehört zu den beliebtesten jüngeren Autoren Indonesiens. Was er auch mit seinem neuesten Roman beweist: Ein rotzfrecher Protagonist, eine schräge Story, dabei aber durchaus mit kritischen politischen Aussagen im Hintergrund, machen das Buch auch für den deutschen Leser zu einem literarischen Vergnügen. Allen Beständen zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Bellende Katzen
Eka Kurniawan ; aus dem Indonesischen von Sabine Müller
Unionsverlag (2026)
153 Seiten
fest geb.