Wie Leben geht

In einem inneren Monolog lässt Ich-Erzähler Lennard, vermutlich irgendwo in den Dreißigern, sein Leben Revue passieren: Drei Geschwister, zwei älter, eines jünger, eine alleinerziehende Mutter, die Schulzeit, der beste Freund, etliche Freundinnen, Wie Leben geht das Jahr in Australien und dann Marion, die Liebe seines Lebens und die Mutter seines noch nicht geborenen Kindes. Sie ist für ihn wie ein emotionaler Anker, sicherer Hafen und Rückzugsort. Sie will ihm seine permanente Anspannung nehmen und ihn beruhigen, sie liebt ihn, so wie er ist, während er sich mittelmäßig findet, seinen Bruder und seine Schwestern oft beneidet. Die Leser:innen werden in diesen Gedankenstrom hineingezogen, können sich in diesem Leben spiegeln und kommen Lennard sehr nahe. Das Ende kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel, ein Stromschlag, der einem das Buch fast aus der Hand schlägt. Erleichtert stellt man danach fest, dass es ein zweites Enden gibt. Alex Dürer wurde 1981 in Starnberg geboren und lebt heute in Osaka. Nach der Lektüre seines Romans weiß man vielleicht nicht, wie Leben geht, hat aber eine Menge Stoff, um drüber nachzudenken. Sehr, sehr lesenswert.

Redaktion

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rezensiert für den Borromäusverein.

Wie Leben geht

Wie Leben geht

Alex Dürer
Kampa (2026)

189 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625967
ISBN 978-3-311-10184-0
9783311101840
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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Auszeichnung: Roman des Monats