Shanghai fern von wo
Knapp 18.000 Juden flohen ab 1938 aus dem faschistischen Europa ins ferne, ostasiatische Shanghai. Dort versuchten sie, ein neues Leben anzufangen: der Buchhändler Ludwig Lazarus etwa, oder die Wienerin Franziska Tausig, die hier als Köchin, wie
alle andern, mit zehn Reichsmark "Startkapital" ein neues Leben beginnen wollen. - Mit viel Akribie hat Ursula Krechel das Schicksal der Exiljuden in Shanghai recherchiert und diesen eindrucksvollen und nachdenklich machenden dokumentarischen Roman über ein vergessenes bzw. nie gekanntes Kapitel europäisch-überseeischer Zeitgeschichte geschrieben. Ein wichtiges Buch, für alle Bestände zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Shanghai fern von wo
Ursula Krechel
Kampa Verlag (2025)
576 Seiten
kt.