Rote Sonne

Von dem Abend an, als India ihren Mann Kallas getroffen hat, ist alles gewesen, wie es sein soll und die beiden führen seit Jahren eine glückliche, jedoch kinderlose Ehe. Während der Hitze des Spätsommers fahren sie zu Kallas Kindheitsfreundin Rote Sonne Desma und deren Ehemann an die Küste. Dort treffen sie auf drei Kinder, die ohne Erwachsene unterwegs sind. Die beiden Pärchen lassen die angeblich verwaisten Kinder im Haus übernachten. Als ein Waldbrand in der Nähe ausbricht, bringen India und Kallas die Kinder aus der Gefahrenzone zu sich nach Hause in die Stadt. Bei Amtsgängen versucht India vergebens, die Identität der Kinder herauszufinden. Sie fürchtet, als Kidnapperin angeklagt zu werden. India und Kallas haben sich gegen eigene Kinder entschieden, aber die lebhaften Jungen wecken bei ihnen starke Mutter- und Vatergefühle und der Alltag als Familie auf Zeit ist für alle erfüllend. Man fürchtet sich vor dem Tag des möglichen Abschiedes. – Die Autorin von „Strega“ (2022) und Übersetzerin Lykke Holm erzählt in ihrem zweiten ins Deutsche übersetzten Roman eine zeitlose, düstere und schicksalsschwere Geschichte über Kindheit und Elternschaft. Die Handlung spielt in einer undefinierten Stadt im Süden einige Jahrzehnte zurück. Durch die nicht vorhandene Verortung in Zeit und Raum kann sich die Autorin voll auf die Handlung und die allgemeingültigen Fragen konzentrieren: Was spricht für und gegen eigene Kinder? Was brauchen Kinder für ihr Wohlbefinden und ihre gesunde Entwicklung? Was heißt es, Eltern zu sein? Welche Verantwortung haben wir Erwachsene für Kinder, die nicht unsere eigenen sind? Gerne empfohlen.

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

Rote Sonne

Rote Sonne

Johanne Lykke Holm ; aus dem Schwedischen von Hanna Granz
AKI (2024)

267 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 620831
ISBN 978-3-311-35019-4
9783311350194
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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