Ein ehrliches Angebot
Frode Grytten erzählt in seinem Buch zwei Geschichten: Da ist zunächst die Lebensgeschichte von Harold Lunde, einem alten Mann, dessen Möbelgeschäft von IKEA Mitte der neunziger Jahre in den Konkurs getrieben wurde. Voller Rachegedanken entführt
Lunde den IKEA-Chef Kamprad, um ihn gegen eine Krone der Polizei zu übergeben. Es folgt eine Rückblende auf das Leben von Arvid Lunde, Harolds Sohn, der in den achtziger Jahren zum Multimillionär aufstieg, in Schulden geriet und schließlich Banken überfiel. Er verunglückte auf der Flucht und wurde in seinem Wohnort Odda zur Legende. Grytten gelingt es, beide Geschichten auf stilistisch sehr unterschiedliche Weise zu erzählen und sowohl die Erzählperspektive als auch die Sprache der jeweiligen Hauptfigur anzupassen. Was die Geschichten miteinander verbindet, ist der Kontrast zwischen dem ehrlichen Geschäftsmann Harold und seinem auf die schiefe Bahn geratenen Sohn. Dazu kommen Gryttens beißender Humor und seine Fähigkeit, allen seinen Charakteren eine unverwechselbare Persönlichkeit zu geben. (Übers.: Ina Kronenberger)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein ehrliches Angebot
Frode Grytten
Nagel & Kimche (2012)
318 S.
fest geb.