Das Haus der glücklichen Alten

Nach dem Tod seiner Frau wird der 84-jährige Antonio da Silva von seiner Tochter in ein Altenheim abgeschoben. Zunächst reagiert er unangepasst und eigenbrötlerisch, bis er sich mehr und mehr auf seine Mitbewohner einlässt. Die Menschen, auf die Das Haus der glücklichen Alten de Silva trifft, stehen ebenfalls am Ende ihres Lebensweges, gehen aber jeder auf seine Weise anders mit der Situation um. Da ist z. B. der Hundertjährige Esteves, den der berühmte Dichter Pessoa in einem Gedicht verewigt hat, oder die alte Dona Lopoldina, die vor vielen Jahren eine Nacht mit der Fußballlegende Cubillas verbrachte. - Mãe nutzt den Mikrokosmos des Altenheimes, um sich schonungslos mit den Themen Alter und Tod auseinanderzusetzen. Er schafft es, seine Charaktere jenseits kitschiger Altersverklärung anzusiedeln, und aus ihnen kantige, nicht einfache, doch gerade deshalb auch lebensnahe Figuren zu formen. Die Spannung hält Mãe gekonnt aufrecht, indem er im Verlauf der Handlung einen schrecklichen Verdacht einbaut: Schafft das Altenheim durch Mord Platz für neue Bewohner? (Übers.: Ulrich Kunzmann u. Klaus Laabs)

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Haus der glücklichen Alten

Das Haus der glücklichen Alten

Valter Hugo Mãe
Hanser (2013)

300 S.
fest geb.

MedienNr.: 376948
ISBN 978-3-312-00556-7
9783312005567
ca. 22,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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