Die Heilige Nacht
Die Geschichte um die Heilige Nacht gehört zu den Marksteinen im Kanon des Christentums. Sie ist so oft erzählt worden, dass kaum vorstellbar ist, sie noch einmal neu erzählen zu können. In diesem Kinderbuch, das schon 1968 erschienen ist, werden
die Ereignisse so dargebracht, dass die Zuhörer und Betrachter den Eindruck bekommen, sie erführen zum ersten Mal davon. Das Personal ist reduziert auf die Eltern von Jesus, den Boten von Kaiser Augustus, auf die Hirten und Engel. Und auch die Schauplätze – das Dorf Nazareth, der Weg nach Bethlehem, der Stall und die Weide – geben die markanten Orte des Geschehens vor. Es sind also der Text und die Bilder, die diese Geschichte aus der alten Erzähltradition herausheben und sie verlebendigen sollen. In einfachsten Sätzen, mit für Kinder bekanntem Vokabular, wird hier von dieser unerhörten Begebenheit erzählt, in einer Sprache, die sich dem Sprechduktus annähert. Die Illustrierung stammt von dem Schweizer Grafiker Piatti, der so viele eingängige Plakate und Buchumschläge gestaltet hat. Die Kraft der Reduktion wirkt auch hier: Die Szenen sind klar und expressiv gefasst, die Farben leuchten dank der schwarzen Umrandung wie bei Kirchenfenstern. Wie lobenswert, dass sich der Verlag für eine Neuauflage dieses Buches entschieden hat! Frei von allem Überflüssigen und aller Süßlichkeit, konzentriert auf den Wesenskern der Handlung, belebt dieser Band das Weihnachtswunder neu - und auch Erwachsene werden davon ergriffen sein.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Heilige Nacht
nacherzählt von Aurel von Jüchen ; mit Bildern von Celestino Piatti
NordSüd (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Auszeichnung: Religiöses Kinderbuch des Monats