Die Altruisten
Zwei Jahre lang gab es keinen Kontakt zwischen Arthur Alter und seinen erwachsenen Kindern Ethan und Maggie. Damals starb seine Frau Francine an Krebs. Sie, von Beruf Familien- und Paartherapeutin, hatte stets die Wogen geglättet. Die Kinder verzeihen
dem Vater nicht die Affäre mit einer Frau in ihrem Alter, die Arthur in den letzten Monaten vor dem Tod ihrer Mutter begonnen hat. Nun lädt er Ethan und Maggie für ein Wochenende nach Hause ein. Er ist finanziell am Ende und möchte die beiden überreden, ihr Erbe in das verschuldete Elternhaus zu stecken. Doch die Geschwister haben eigene Probleme. Die Tochter hat nach dem Tod der Mutter eine Essstörung entwickelt und opfert sich in unterbezahlten Jobs für Menschen am Rande der Gesellschaft auf. Der Sohn leidet unter seiner Homosexualität, kündigt seinen Job und verkriecht sich in seinen vier Wänden. An diesem Wochenende brechen alte Konflikte auf. Eifersucht, Minderwertigkeitsgefühle, enttäuschte Hoffnungen und unterdrückte Aggressionen treffen aufeinander. - Der junge US-amerikanische Autor Andrew Ridker liefert im Alter von 25 Jahren ein beeindruckendes Debüt ab. Virtuos und nicht ohne Humor schildert er Familienkonflikte und Wohlstandsneurosen im gehobenen Mittelstand der USA. Dabei blättert er wie in einem Familienalbum vor und zurück. Die New York Times vergleicht ihn gar mit Jonathan Franzen. Intelligenter Familienroman für literarisch anspruchsvolle Leser/-innen.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Altruisten
Andrew Ridker ; aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Penguin Verlag (2019)
395 Seiten
fest geb.