Nachbeben

Auf der Erdbebenwarte im Taunus gibt es an 200 Tagen im Jahr nur Nebel und Wolken, oft leben der 1919 geborene Seismologe Luis, der Hausmeister Konrad, seine Frau Charlotte und ihr Sohn Lorenz ohne Heizung und Strom. Neben der Arbeit verbringt Luis Nachbeben seine Zeit damit, die Familie von nebenan zu beobachten. Konrad sammelt Waffen, zielt einmal sogar auf Luis, der den Vorfall aber nie meldet. Luis beschäftigt sich viel mit Lorenz, wohl auch, weil er vermutet, dass Lorenz sein eigener Sohn ist. Lorenz wird ein hoher Beamter bei der Bundesbank, doch seine Karriere nimmt mit der Einführung des Euros ein jähes Ende, erst recht, als er unlautere Geschäfte eingeht, was ihn seinen Job kostet. Trotz Lorenz' Scheitern freut sich der alte einsame Luis, dass Lorenz mit seiner Familie zu ihm zieht, denn Konrad und Charlotte sind längst tot. – Mit diesem Roman gelingt es Kurbjuweit, die enge Welt seines Protagonisten aus dessen Sicht in der Ich-Form nachvollziehbar darzustellen. Der versierte Spiegel-Redakteur verbindet die Handlungen seiner authentisch wirkenden Figuren in diesem 2004 erstmals erschienenen Roman mit der jüngeren deutschen Geschichte auch am Beispiel der Einführung des Euros. Hinzu kommt die spannende Klärung eines Mordfalls.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Nachbeben

Nachbeben

Dirk Kurbjuweit
Penguin Verlag (2025)

221 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621576
ISBN 978-3-328-60408-2
9783328604082
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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