Madame Hemingway
Chicago 1920: Auf einer Party lernt die sanfte Hadley Richardson (1891-1979) den acht Jahre jüngeren Ernest Hemingway kennen und weiß sofort, dass ihr ein hitziger Mann gegenübersteht, der die Leute in seinem Umkreis entweder vor den Kopf stößt
oder sie total vereinnahmt. Hals über Kopf verlieben sich die beiden. Sie heiraten kurz darauf und leben von seinem mageren Reportergehalt und einer bescheidenen Apanage, die die behütete Tochter aus dem Familienvermögen bezieht. Der Umzug nach Paris wird zum Höhepunkt der Beziehung. Ihre Freunde dort tragen berühmte Namen: Gertrude Stein, Ezra Pound und das Ehepaar F. Scott Fitzgerald. Es wird viel getrunken, philosophiert und über die (eheliche) Treue sinniert. Ernests erste literarische Erfolge stellen sich ein. Hadley, inzwischen Mutter eines Sohnes, spürt, wie ihre Beziehung auseinanderdriftet. Auf Ernests Vorschlag, eine Ménage á trois zu führen, reagiert sie empört, das Ende ihrer Beziehung ist vorauszusehen. - Paula McLain schrieb "Madame Hemingway" größtenteils aus Hadleys Sicht, nur ein paar Passagen schildern Ernests Perspektive. Interessantes Zusatzmaterial über Fiktion und Wahrheit sowie eine Zeittafel runden den in Amerika und Frankreich gefeierten Debütroman ab. Ein grandioses Werk, jeder Bücherei wärmstens zu empfehlen. (Übers.: Yasemin Dinçer)
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Madame Hemingway
Paula McLain
Aufbau (2011)
456 S. : Kt.
fest geb.