Bleiernes Schweigen

Der Anruf kommt von der jungen Anwältin Michela. Sie bittet ihn, zu einer Verhandlung in den Justizpalast zu kommen, da sie ihm etwas mitteilen will. Als der Ich-Erzähler dort auftaucht, wird er Zeuge eines brutalen Mordes. Michela und ihr Mandant Bleiernes Schweigen werden vor seinen Augen erschossen. Diese Morde bringen den Erzähler in den Dunstkreis der Ereignisse um die Ermordung des Richters Paolo Borsellino im Jahr 1992. Entlang realer Ereignisse führen die Recherchen des Erzählers dem Leser die Tatsache vor Augen, dass die Mafia in den letzten Jahren nicht, wie oft behauptet, geschwächt wurde. Im Gegenteil: Sie ist heute mehr denn je ein fester Bestandteil des italienischen Staates und der italienischen Wirtschaft. Und sie expandiert. Den Autoren gelingt es, in einer kühlen, knappen Sprache die heute wirksamen mafiösen Strukturen ihres Landes deutlich zu machen. Sie verbinden die Fakten dabei mit einer spannenden Handlung und lebendig gezeichneten Figuren. Ein brisantes Buch, das die Grenzen einer fiktiven Geschichte durch seine dokumentarischen Bezüge sprengt. (Übers.: Verena von Koskull)

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Bleiernes Schweigen

Bleiernes Schweigen

Patrick Fogli ; Ferruccio Pinotti
Aufbau (2012)

623 S.
fest geb.

MedienNr.: 358876
ISBN 978-3-351-03387-3
9783351033873
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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