2 1/2 Punkte Hoffnung
Hope wird von ihrer Mutter gnadenlos beschimpft und aufs Gemeinste erniedrigt: "Dreckstück", "Versagerin", und am allerschlimmsten "dumm!" lauten die täglichen Botschaften. Doch in der sechsten Klasse, dem Abschlussjahr der Grundschule, verändert
sich einiges. Im Rahmen des Holocaust-Projektes lernt sie "Das Tagebuch der Anne Frank" und Benignis Film "Das Leben ist schön" kennen, identifiziert sich ein Stück mit Anne und überträgt das Punktesystem des Filmes auf ihre Situation. Der aufmerksame Klassenlehrer unterstützt ihre Arbeit und ihren Kampf um die Teilnahme am Sommerlager. Von der Schulpsychologin erfährt sie, dass sie sich gegen verbale Misshandlung wehren darf. Und dann sind da im Second-Hand-Laden die wunderbaren lila Wanderstiefel und die mindestens ebenso wunderbaren beiden Besitzerinnen, die ihr ganz besondere Konditionen bieten, die Schuhe zu bezahlen. Und Hopes Veränderung setzt auch bei ihrer Mutter etwas in Bewegung. - Zwei Schwachpunkte lassen sich nennen: Das Punktesystem ist nicht wirklich schlüssig verarbeitet. Und warum die Mutter Hope so drangsaliert, wird nicht klar. Aber beides ist vernachlässigbar gegen das grundsätzlich warmherzige und positive Ganze. - Ein Mutmachbuch für viele!
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
2 1/2 Punkte Hoffnung
Gretchen Olson
Aufbau (2011)
220 S. : Ill.
kt.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11