Der Duft des Wals
Hugo und Judith haben sich mit ihrer zehnjährigen Tochter Ava in einem Luxusresort in Mexiko einquartiert. Sie wollen damit ihrer abgekühlten Beziehung noch eine Chance geben. Bereits am ersten Morgen wird Hugo von einem dumpfen Explosionsgeräusch
geweckt. Es stellt sich heraus, dass ein gestrandeter Wal geplatzt ist, der einen bestialischen Gestank verbreitet. Die Hotelangestellten kommen mit Nasenklammern zu Hilfe, mehr ist erst einmal nicht zu machen. Einer von ihnen ist Waldemar, ein älterer Page, der in das Zimmermädchen Belén verliebt ist. Mit im Resort ist auch die Stewardess Céleste, die sich eine Woche Urlaub gönnt. Aus den unterschiedlichen Perspektiven der genannten Personen wird erzählt. Was zunächst wie eine harmlose Urlaubsgeschichte klingt – abgesehen vom „Duft des Wals“ – entpuppt sich als überspitzte Satire über menschliche Abgründe. So züchtigt sich Céleste in ihrem Hotelzimmer mit einer „neunschwänzigen Katze“, weil ihr regelmäßig das Gesicht einer älteren Passagierin erscheint, die während eines Flugs unbemerkt gestorben ist. – Der Debütroman des kanadischen Autors ist die perfekte Urlaubslektüre für alle, die Lust auf eine absurd humorvolle Beziehungsgeschichte haben.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Duft des Wals
Paul Ruban ; aus dem Französischen von Jennifer Dummer
aufbau (2025)
223 Seiten
fest geb.